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Wirtschaft 26/05/2020
Die Krise beschleunigt die Digitalisierung enorm

Ernst Huber. Der CEO der DADAT Bank über volkswirtschaftliche Folgen der Corona-Krise und warum das Interesse am Online-Banking stark gestiegen ist.


ECHO: Welche Auswirkungen hat die Corona-Krise auf den Geschäftsverlauf der DADAT Bank?

Ernst Huber: Durch die Krise ergibt sich eine enorme Beschleunigung der Digitalisierung. Momentan macht diese in drei bis vier Monaten so große Schritte, wie ansonsten in drei bis vier Jahren. Die Menschen waren zu Hause und hatten viel Zeit sich mit Online-Shops zu befassen, auch mit dem Thema Online-Banking. So kamen also viele Leute zum Online-Geschäft, die das eigentlich nicht eingeplant hatten. Für die DADAT Bank ergibt sich dadurch ein gigantischer Gewinn an Neukunden – vor allem im Veranlagungsgeschäft. Wir verzeichnen momentan die höchsten Zuwachszahlen, die ich in meiner beruflichen Karriere im Bereich Direktbank je erlebt habe. Die Entwicklung ist noch viel stärker als zu den New Economy Zeiten vor 20 Jahren.

Ich befürchte allerdings, dass die Krise und eine derart beschleunigte Digitalisierung schwere Auswirkungen auf die Volkswirtschaft haben werden. Schwierig wird es für den Einzelhandel, da viele Leute gemerkt haben, wie einfach es ist, online einzukaufen. Gedanken muss man sich auch über die Arbeitslosigkeit machen, die sicher sehr hoch sein wird.  


ECHO: Sie sind Pionier im Online-Banking. Wir überraschend war es für Sie, dass ausgerechnet eine Pandemie die Digitalisierung noch einmal so befeuert?

Huber: Wohl die Wenigsten haben daran gedacht, dass eine derartige Pandemie tatsächlich möglich ist. Wir befinden uns in verrückten Zeiten, in denen wir alle mit Masken umherlaufen, eigentlich wie in einem schlechten Film. Wichtig für uns als DADAT Bank ist, dass wir uns bereits vor der Krise als starke Marke etabliert haben. Wir sind schon zuvor von Quartal zu Quartal immer stärker gewachsen. Unsere Bekanntheit und unsere Auszeichnungen zur besten Direktbank und zum besten Online-Broker in Österreich führen aktuell dazu, dass wir wohl jene Direktbank sind, die am stärksten wächst. Davon gehe ich aus. Zugute kommt uns sicher auch, dass wir eine österreichische Bank sind und, dass wir mit der GRAWE Gruppe einen sehr gut aufgestellten Eigentümer haben.


ECHO: Zu Beginn der Corona-Krise wurden panikartig zahlreiche Aktien abgestoßen. Was raten Sie den Aktionären in solchen Krisenzeiten?

Huber: Wenn man Investor ist, muss man immer wieder mit starken Krisen rechnen. Wir hatten eine Lehman-Krise und nun haben wir es mit der Corona-Krise zu tun. Es gibt Zeiten, in welchen es ordentlich nach unten geht, aber auf lange Sicht schaffen gute Unternehmen im Jahr immer zwischen fünf und sieben Prozent Dividende. Es wird immer irgendwelche gravierenden Schwierigkeiten geben. Zum Teil wurde bis jetzt schon wieder viel gut gemacht bei den Verlusten. Zu Beginn der Krise haben etwas mehr als die Hälfte unserer Anleger verkauft, die restlichen Anleger haben Aktien gekauft. Mittlerweile verzeichnen wir wieder viel mehr Käufe als Verkäufe und viele haben die niedrigen Kurse sogar als Einstiegschance genutzt. Nur auf das Sparen zu setzen ist der falsche Ansatz, man muss immer breit aufgestellt sein, daran ändert sich auch nichts, wenn es mit der Wirtschaft einmal stärker nach unten geht. 


ECHO: Wie gestalten sich Ihre firmeninternen Abläufe, gibt es viel Online-Kommunikation?

Huber: Es läuft viel über Videokonferenzen, aber das haben wir immer schon so gemacht. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten im Home-Office. Sie machen sogar die telefonische Kundenbetreuung von zu Hause aus. Wir verfügen über eine Telefonanlage, bei der sie sich wie üblich anmelden und welche die Anrufe automatisch zuordnet und wo die Anrufe auch aufgezeichnet werden können. Aber der soziale Kontakt und der direkte Austausch gehen schon ab. Trotzdem: Das Home Office wird bei uns zukünftig ein stärkeres Thema sein. Denn es spricht nichts dagegen, wenn gute Mitarbeiter ihre Aufgaben von daheim aus lösen. Warum sollten sie dann nicht alle zwei Tage vom Home Office aus arbeiten? Sie sparen sich langes Pendeln und helfen die Umwelt zu entlasten. Ebenso beim Feinstaub bringt das Vorteile. Vielleicht wird die Krise auch Gutes beitragen und sie hilft uns bei gewissen Dingen wieder auf den Boden der Realität zurückzukommen, indem wir es schaffen, bestimmte Abläufe zu optimieren. 


ECHO: Verfügen Sie über genügend Personal, wenn der Geschäftsverlauf der DADAT Bank so steil nach oben geht?

Huber: Wir stellen nach wie vor weiter Personal ein und haben auch während der Krise schon sieben neue Leute in unser Team geholt. Die Vorstellungsgespräche mit den Bewerbern haben wir per Videokonferenz gemacht. Wir brauchen ständig Personal und beschäftigen am Standort in Salzburg mittlerweile rund 50 Mitarbeiter. Wir haben inzwischen eine gute Mannschaft aufgebaut und wachsen weiter. Wir werden auch bis Jahresende sicherlich noch einige Personen einstellen und wir freuen uns auch genau jene Kräfte am Arbeitsmarkt zu bekommen, die wir brauchen.


Interview: Christian Granbacher


 

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