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Chronik 03/03/2023
Gendarmeriemuseum Bergheim: Die Geschichte zu Recht und Ordnung

Seit 2018 findet sich in Bergheim ein kleines Museum, das den Bürgerinnen und Bürgern die Geschichte der Gendarmerie näherbringt. Postenkommandant und Museumsdirektor Helmut Naderer findet noch heute immer wieder neue Exponate.


Ganze 156 Jahre lang gab es in Österreich eine Gendarmerie, die für Recht und Ordnung sorgte. Und zwar von 1849 bis zum Jahr 2005, in dem die Polizei und die Gendarmerie zusammengelegt wurden. Helmut Naderer, Postenkommandant der Polizei in Bergheim, beschäftigt sich schon seit seiner Kindheit intensiv mit der Geschichte Österreichs und hier vor allem mit jener der Gendarmerie. Prägend war sein Geschichtslehrer DDr. Rudolf Uminsky, der den jungen Hauptschüler Naderer in Seekirchen damals für die Geschehnisse der Vergangenheit begeistern konnte. 

„Unsere jungen Kolleginnen und Kollegen können mit dem Begriff Gendarmerie teilweise gar nichts mehr anfangen. Deshalb wollte ich auf die Verdienste und die Geschichte der Gendarmerie aufmerksam machen“, erzählt Naderer. 2018 funktionierte er das Foyer im obersten Stock der Inspektion Bergheim zu einem Ausstellungsraum um. Das Gendarmeriemuseum Bergheim war geboren. Bei der Bergheimer Polizei sind heute 16 Personen tätig, elf Männer und fünf Frauen. 




NAHE AN DEN MENSCHEN

Das Museum sollte auch dazu dienen, um wieder vermehrt mit der Bevölkerung in Kontakt zu treten. Institutionen wie die Feuerwehr, das Rote Kreuz, zahlreiche Bürgermeister und Gemeindevertreter waren schon zu Besuch. Auch die heutige Bundesministerin für EU und Verfassung, Karoline Edtstadler, konnte im Jahr 2018 – damals noch als Staatssekretärin – zahlreiche interessante Ausstellungsstücke bewundern. 

Eine originale Gendarmerieuniform von 1849 mit passendem Helm und Säbel entdeckt man dort ebenso wie weitere Uniformen, einen Gummiknüppel oder Gendarmeriehüte. „Der Säbel war damals ein kurzes und knackiges Modell aus Frankreich, der auch Platz zum Entern zuließ, weil Militäraktionen damals auch auf hoher See stattfanden“, erklärt Naderer. Er selbst besuchte 1983 und 1984 noch die Gendarmerieschule auf der Burg Hohenwerfen, die bis zum Jahr 1988 insgesamt 1.248 Gendarmen ausbildete.


ANDERE ZEITEN

Naderer und sein Team haben seltene Exponate aus der 156-jährigen Geschichte der Gendarmerie zusammengetragen und konnten dabei auf die Hilfe von Historikern, ehemaligen Gendarmen und des Dorotheums zählen. So findet sich im kleinen Museum auch ein Ordner mit „Unbekannten Tätern“ von 1904 bis 1942. „Bis zu den 1920ern wurde noch angezeigt, dass Unterwäsche von der Leine gestohlen wurde, oder aber, dass man den Bauern Geselchtes stahl“, so Naderer. In einer Zeit, in der es keine Mindestsicherung und keine sozialen Hilfen gab, waren die Tatbestände eben noch anders gelagert als heute. „Lebensmittel waren zu dieser Zeit noch wirklich viel wert, wenn man bedenkt, wie viel heute weggeschmissen wird“, so der Bergheimer Postenkommandant.

Gendarmen durften damals aus wirtschaftlichen Gründen nicht heiraten. Sie hätten mit ihrem Gehalt keine Familie ernähren können. „Wenn ein Gendarm eine wohlhabende Dame heiraten wollte, dann durfte er das nur mit einer Ausnahmegenehmigung des Postenkommandanten“, berichtet Helmut Naderer. 


Christian Granbacher

 

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