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Wirtschaft 06/08/2023
„Man hat oftmals den Eindruck gewonnen, dass Integration eine Sache der Gastgeber ist“

Landeshauptmann-Stv. Marlene Svazek über Kinderbetreuung, Integration, das Verhältnis zur ÖVP und die Teuerung.


ECHO: Die Themen Kinderbetreuung fremd oder zu Hause werden emotional diskutiert. Was stellt Ihrer Meinung nach die richtige Herangehensweise für Kinder zwischen ein und vier Jahren dar?

Marlene Svazek: Die Politik darf sich nicht anmaßen, in puncto Kinderbetreuung über richtig oder falsch zu urteilen. Die Entscheidung über die Form der Betreuung obliegt lediglich den Familien. Politiker haben sich aus den Wohnzimmern der Menschen strikt rauszuhalten. Was die Politik aber machen muss, ist, den Rahmen zur Verfügung stellen, weil beides seinen Platz haben muss. Egal, ob Eltern es vorziehen, ihre Kinder selbst zu Hause zu betreuen oder in einer Einrichtung betreuen lassen. Ich bin der Überzeugung, eine fortschrittliche Familienpolitik schafft Möglichkeiten für Fremdbetreuung und hat gleichermaßen die Betreuung zu Hause ausreichend wertzuschätzen.


ECHO: Sie haben auch das Ressort

Integration inne. Welche wichtigen Schritte wollen Sie diesbezüglich zu Beginn setzen?

Svazek: In den vergangenen Jahren hat man oftmals den Eindruck gewonnen, dass Integration eine Sache der Gastgeber ist. Hier braucht es eine vollkommen neue Sicht der Dinge, da einseitige Integrationspolitik immer scheitert, weil von den Gästen kein Commitment abverlangt wird. Tatsächlich muss ein erhöhter Anspruch denjenigen gegenübergestellt werden, die zu uns kommen. Das verstehen wir als den Beginn eines vernünftigen Integrationsprozesses. Anreizmechanismen wie etwa die Schaffung von Voraussetzungen für den Bezug von Sozialleistungen oder geförderten Wohnungen haben sich bereits in anderen Bundesländern bewährt. Bei dem Vorweis von Sprachniveaus in Verbindung mit Beschäftigungsnachweisen wird es in ersten Schritten jedenfalls zu Adaptierungen kommen.




ECHO: Das Klima zwischen Ihnen und Herrn Landeshauptmann Haslauer war während der letzten Jahre sehr schlecht. Wie gut läuft die bisherige Zusammenarbeit in der Koalition?

Svazek: Bereits während der Regierungsverhandlungen stand Professionalität und Zielorientierung immer im Vordergrund. Die Arbeitsatmosphäre war dabei immer von konstruktiver inhaltlicher Arbeit geprägt. Wir haben als Ziel definiert, für Salzburg ein gemeinsames Programm auszuarbeiten, das den Ansprüchen künftiger Herausforderungen gerecht wird. Und das ist uns nach einer intensiven Verhandlungsphase auch gelungen. Neben den inhaltlichen Schwerpunkten stellt ein respektvoller Umgang die Basis unserer Zusammenarbeit dar.


ECHO: Die Industriellenvereinigung ist eine starke Lobby. Wie wird es der Landesregierung gelingen, die Interessen der Unternehmer und der Arbeitnehmer gleichermaßen zu berücksichtigen?

Svazek: Muss gelingen. Ich bin davon überzeugt, dass ein funktionierendes Miteinander im Bereich der Arbeit und Wirtschaft zunächst ein Verständnis braucht. Ein gegenseitiges Verständnis der Lebensrealitäten, um so zu einem Miteinander zu gelangen. Wir befinden uns in der Zeit der Nachwehen, der wahrscheinlich größten Teuerungskatastrophe in diesem Jahrhundert. Das wirkt sich auf Handel, Rohstoffe und natürlich auch auf den Finanzmarkt aus. Dass diese Last weder von Arbeitgebern noch von Arbeitnehmern alleine geschultert werden kann, steht hierbei außer Frage. Der Politik obliegt es nun daher, den nötigen Rahmen für Wirtschaftstreibende zu schaffen, um am internationalen Markt zu bestehen und gleichzeitig faire Bedingungen für Arbeitnehmer beizubehalten.


„Ich bin der Überzeugung, eine fortschrittliche Familienpolitik schafft Möglichkeiten für Fremdbetreuung und hat gleichermaßen die Betreuung zu Hause ausreichend wertzuschätzen.“ Marlene Svazek


ECHO: Sie haben die Jagdprüfung absolviert und sind in der Landesregierung auch für Jagd und Fischerei verantwortlich. Welche Maßnahmen wollen Sie in diesem Ressort setzen bzw. welche Zielsetzungen gibt es?

Svazek: Wir haben eine Vielzahl an Maßnahmen dazu im Regierungsprogramm verankert, die den Bedürfnissen einer zeitgerechten Jagd entsprechen. Aktuell sind wir aber natürlich mit der Herausforderung des Almsommers und der Rückkehr der großen Beutegreifer befasst, wo wir mit zwei erlassenen Wolfsverordnungen bereits ins Tun gekommen sind.


Interview: Christian Granbacher


 

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