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Wirtschaft 19/01/2021
Kann die Impfung die Corona-Pandemie überwinden?

Die herbeigesehnte Rettung. Bald geht es auch in Österreich los mit dem Impfen. Wie Salzburgs Politiker zur Corona-Impfung stehen. Welche Hoffnungen und welche Zweifel es gibt.  

 

Seit bald einem Jahr setzt uns die Coronapandemie in Europa enorm zu. Knapp 1,7 Millionen Menschenleben forderte die Krankheit weltweit bis Ende Dezember 2020. Die Hoffnung der Regierungen und Menschen beruht aktuell darauf, dass die Krise durch einen Impfstoff überwunden werden kann. Öffentliche Einrichtungen aber auch große wirtschaftliche Betriebe werden darauf hoffen, dass sich möglichst viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter impfen lassen. In Österreich wollte sich mit Mitte Dezember laut einer Gallup-Umfrage nur jeder Fünfte impfen lassen, jeder Vierte wahrscheinlich. Linzer Forscher forderten sogar Geldgeschenke, um die Impfbereitschaft zu erhöhen. Rudolf Winter-Ebmer von der Linzer Johannes Kepler Universität sagt: „Ich stelle mir vor, dass man für eine Impfung einen Hunderter als Anreiz geben könnte. Das ist eine sichtbare Summe Geld, die man auch für heimische Produkte verwenden könnte.“


Der Lebensmittelhändler Spar ist mit 44.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der größte private Arbeitgeber in Österreich. In Salzburg, wo sich auch die Hauptzentrale des Unternehmens befindet, arbeiten 5.500 Menschen für Spar. „Durch Hygiene-Vorkehrungen, Masken für Mitarbeitende und beispielsweise Plexiglas-Wände schützt Spar Mitarbeitende bestmöglich. Eine Impfung kann zusätzlichen Schutz bieten. Es bleibt aber selbstverständlich jedem Spar-Mitarbeitenden selbst überlassen, sich impfen zu lassen“, sagt Lukas Wiesmüller, Leiter für Nachhaltigkeit bei Spar und auch zuständig für PR und Information, gegenüber ECHO. Ob es womöglich eine Gratis-Impfung für die Belegschaft gibt, kommentiert er so: „Es gibt immer wieder Gratis-Impfaktionen bei Spar, zuletzt die aktuelle Grippe-Impfung. Wie das mit der Corona-Impfung sein wird, steht derzeit noch nicht fest. Das wird entschieden, wenn es so weit ist.“


„Ich vertraue auf eine fachkundige und verantwortungsvolle Tätigkeit der Zulassungsbehörden.“ Wilfried Haslauer, Landeshauptmann Salzburg

 

RASCHE ENTWICKLUNG

Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer betont, die wissenschaftliche Expertise geht mit der Verfügbarkeit des Impfstoffes und einer damit möglichst breiten Durchimpfung der Bevölkerung davon aus, dass die Corona-Pandemie überwunden werden kann. „Mit Sicherheit werden wir den Salzburgerinnen und Salzburgern die Empfehlung aussprechen, sich freiwillig impfen zu lassen“, so Haslauer. Auf die Frage nach möglichen Risiken, aufgrund der schnellen Produktion des Impfstoffes antwortet der Landeshauptmann: „Trotz der raschen Entwicklung sind die vorgeschriebenen Qualitätskriterien und die damit verbundenen Qualitätsstufen einzuhalten. Die Zulassungsbehörden haben die zentrale Aufgabe, Impfstoffe auf allfällige Nebenwirkungen zu prüfen, im Vorfeld werden auch großflächige Testimpfungen durchgeführt. Ich vertraue auf eine fachkundige und verantwortungsvolle Tätigkeit der Zulassungsbehörden.“


„Das Thema Impfung ist in mehrfacher Hinsicht emotional beladen.“ Heinrich Schellhorn, Landessprecher „Die Grünen“

 

EMOTIONALES THEMA

Heinrich Schellhorn, Landeshauptmann-Stellvertreter und Landessprecher der Grünen macht darauf Aufmerksam, dass man zum jetzigen Zeitpunkt noch sehr wenig über das Prozedere, die Wirksamkeit oder etwaige Nebenwirkungen der Corona-Impfung wisse. Ob den Bürgerinnen und Bürgern empfohlen werde, sich impfen zu lassen, könnten die Grünen dann entscheiden, wenn mehr Informationen zur Impfung vorliegen. „Es wird nicht leicht werden, eine breite Beteiligung zu erreichen. Aus gesundheitlicher Sicht ist eine möglichst hohe Durchimpfungsrate sinnvoll. Das Thema ist jedoch in mehrfacher Hinsicht emotional beladen. Einerseits, weil viel Hoffnung mit einer wirksamen Impfung verbunden ist, dass wir wieder unbeschwert ‚wie zuvor‘ leben können. Andererseits gibt es viele Negativ-Kampagnen gerade im Social Media-Bereich, dazu Unsicherheiten und viele offene Fragen rund um das Thema“, sagt Heinrich Schellhorn. Damit sich die Bevölkerung möglichst breit und freiwillig an der Impfung beteiligen würde, brauche es im Vorfeld: „Information, Information und nochmals Information. Dazu ausreichende Aufklärungsangebote zu möglichen Risiken und genug Raum für Diskussion. Wir müssen gerade bei so komplexen wissenschaftlichen wie gesellschaftspolitischen Themen einen Boden für kritischen Diskurs und Meinungsvielfalt bieten. Nur so können Unsicherheiten und ablehnende Haltungen bei Teilen der Bevölkerung reduziert werden. Wo ich dabei ein großes Hindernis sehe, ist die Zeit. Der hohe Zeitdruck kann die Qualität der Kommunikation und Aufklärung gefährden.“


„Ich würde mir von der Regierung eine realistische Einschätzung wünschen, statt Luftschlösser zu bauen.“ Sepp Schellhorn, Landessprecher NEOS

 

ES BRAUCHT EINE STRATEGIE

Das Ausrollen der Impfungen sei für Sepp Schellhorn, den Landessprecher der NEOS Salzburg, ein entscheidender Schritt im Kampf gegen die Pandemie und müsse daher genau vorbereitet werden. „Die Massentestungen gerieten aufgrund der mageren Beteiligung der Bevölkerung zum Debakel für die Bundesregierung, das darf sich bei der Impfung nicht wiederholen. Die Impfung wird nur erfolgreich sein, wenn es eine schlüssige Impfstrategie und professionelle Vorbereitung auf diese Aufgabe gibt“, ist Sepp Schellhorn überzeugt. Wenn die Bioethikkommission eine Impfstrategie definiert hat, müsste es darum gehen, zuerst Risikogruppen und systemrelevante Berufsgruppen zu impfen. „Grundsätzlich ist eine möglichst flächendeckende Impfung für die Pandemiebekämpfung wesentlich“, so der Landessprecher der NEOS. Sofern die Vorbereitung reibungslos über die Bühne gehe. Unter Miteinbeziehung möglichst vieler Expertinnen und Experten müsse die Impfkampagne medial gut begleitet werden. 

 

Sepp Schellhorn nennt in Bezug auf die Impfung aber auch noch mögliche Problemstellungen: „Wir wissen nicht, ob die Impfung die Transmission blockiert, also die Übertragung des Erregers blockiert oder nur den Krankheitsverlauf abmildern kann. Ich würde mir von der Regierung eine realistische Einschätzung wünschen, statt Luftschlösser zu bauen. Das Coronavirus wird uns noch längere Zeit begleiten und wir müssen unser Risikomanagement endlich auf diesen Marathon einstellen, statt den jetzigen Hü-Hott-Kurs fortzusetzen. Es war und ist fatal, dass es Türkis-Grün dramatisch misslungen ist, die Risikogruppen effektiv zu schützen.“


„Wir sollten endlich auch Großkonzerne wie Amazon zur Kassa zu bitten, die immerhin sogar von der Pandemie profitiert haben.“ David Egger, SPÖ-Landesparteivorsitzender

 

WIRTSCHAFTLICHE FOLGEN

„Auch wenn die Corona-Impfung der Pandemie hoffentlich bald ein Ende setzen wird, ist diese Krise leider noch lange nicht überwunden. Denn die wirtschaftlichen Folgen, die noch auf uns zukommen werden, können wir uns wahrscheinlich noch gar nicht vorstellen“, sagt David Egger, Landesparteivorsitzender der SPÖ Salzburg. Nur Mut könne helfen, diese Wirtschaftskrise zu überwinden. „Das bedeutet investieren im großen Stil auf der einen Seite, und auf der anderen Seite endlich auch Großkonzerne wie Amazon zur Kassa zu bitten, die immerhin sogar von der Pandemie profitiert haben“, plädiert der Salzburger SPÖ-Chef.

 

„Wenn dieser neuartige RNA-Impfstoff, der noch keine breiten oder langen Testphasen hinter sich hat, sich bewährt, spricht nichts dagegen, sich impfen zu lassen.“ Marlene Svazek, FPÖ-Parteiobfrau in Salzburg


IMPFUNG MUSS FREIWILLIG SEIN

Die meiste Skepsis gegenüber der Impfung kommt von Seiten der FPÖ. „Was wir bereits über die Impfung wissen, ist, dass sie in Rekordzeit und anhand von Sondergenehmigungen und Haftungsausschlüssen zugelassen werden soll. Es gibt bisweilen weder Informationen über Langzeitfolgen des Medikaments, noch ausreichend Material über eine langanhaltende Wirkung. Unter derartigen Voraussetzungen ist es daher unverständlich, wie bereits mancher ÖVP-Vertreter eine Impfpflicht ankündigen kann. Die Teilnahme an einer Impfung soll freiwillig geschehen. Eine Empfehlung werden die Freiheitlichen nicht aussprechen“, so die FPÖ-Landesparteiobfrau Marlene Svazek. 

 

Christian Granbacher

 

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