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Wirtschaft 03/03/2021
Red Bull-Gewinne sprudeln reichlich

Red Bull hat erstmals eine Konzernbilanz hinterlegt, die mehr Einblick in das Innenleben des Konzerns gibt: 17 Cent pro Dose für die Herstellung, 24 Cent für Marketing und 12 Cent Nettogewinn.


Seit seiner Einführung im Jahr 1987 wurden weltweit mehr als 81 Milliarden Dosen des Getränks Red Bull verkauft. Es ist somit der mit Abstand meist verkaufte Energy-Drink der Welt. Der Journalist Roland Albrecht schreibt in einem Kommentar in „Die Welt“: „Red Bull ist ein riesiges Marketing-Unternehmen. So wie Apple. Der Zweck der Red Bull GmbH ist daher auch nicht die Produktion und der Verkauf von Energy Drinks. Es sind zehn Wörter, die den Zweck dieses Unternehmens auf den Punkt bringen: Die Vermarktung der Marke Red Bull via Produktimage und Verpackungsdesign.“ Bernhard Ecker, weist im „Trend“ darauf hin, dass es bisher nur Schätzungen darüber gab, wie viel etwa die Herstellung einer Dose des Energydrinks kostet und wie viel für Werbung, Sponsoring oder Extremsportarten tatsächlich aufgewendet wird. „Nun lichten sich die Nebel“, formuliert es Ecker und beschreibt, dass am 29., 30. und 31. Dezember beim Firmenbuch am Landesgericht in Salzburg drei Dokumente eintrafen, die erstmal einen genaueren Einblick in das bedeutendste Privatunternehmen Österreichs erlauben: die Konzernabschlüsse für die Geschäftsjahre 2017, 2018 und 2019.


GEWINNE ZUM STAUNEN

Üblicherweise hatte der in wirtschaftlichen Angelegenheiten stets schweigsame Getränkemulti nur die Einzelbeschlüsse der Red Bull GmbH veröffentlicht, in denen das operative Geschäft abgebildet ist und die Verwendung der Gewinne vorgeschlagen wird. Nun gibt der „Trend“ gleich für drei Jahre Einblick in ein breiteres Bild der Aktivitäten von Red Bull.

Gleich zu Beginn: Das große Bild eines global expansiven, quasi im Geld schwimmenden Unternehmens wird durch die Konzernabschlüsse nicht etwa korrigiert, sondern untermauert. „937 Millionen Euro Konzerngewinn bei 6,07 Milliarden Euro Nettoumsatz im Jahr 2019: Kein Wunder, dass Red Bull nach wie vor die Münder offenstehen lässt“, schreibt Bernhard Ecker. Das Eigenkapital betrug per Ende 2019 2,4 Milliarden Euro, das sind fast 60 Prozent der Bilanzsumme. Und gleichzeitig war es in den letzten Jahren ein Leichtes, auch bei den Dividenden großzügiger zu sein als in den ersten Jahrzehnten der Unternehmensgeschichte. Lange galt die Vorgabe, die Hälfte des Jahresgewinns in die Bilanz des nächsten Jahres zu übertragen und die andere Hälfte an die beiden 49-Prozent-Eigentümer Dietrich Mateschitz und TC Agrotrading – im Besitz der thailändischen Familie Voovidhya – sowie an den Zwei-Prozent-Eigentümer Chalerm Voovidhya auszuschütten. Seit 2016 wurde jedoch damit begonnen, mittels Sonderdividenden ordentlich eins drauf zu legen (siehe Grafik auf der linken Seite). Das Dividendenrekordjahr war bisher 2017, als sich die Eigentümer über in Summe 772,5 Millionen Euro freuen konnten – dank einer Sonderdividende in Höhe von 500 Millionen Euro.


GENAUE ZAHLEN

Zum ersten Mal gibt es nun auch eine exakte Zahl für die gewaltigen Summen, die in Werbung, Sponsoring, Händleraktionen und so weiter fließen: 2019 waren es 1,81 Milliarden Euro, das sind fast 30 Prozent des Gesamt-Nettoumsatzes. Für jede der 7,5 Milliarden verkauften Dosen fallen demnach 24 Cent an Marketingkosten an – dagegen kostet die Herstellung nur 17 Cent.

Ein großer Einzelposten sticht auch beim Marketing heraus: Auf RB Leipzig, den scheinbar einzigen Fußballklub in der Deutschen Bundesliga, der aktuell dem FC Bayern sportlich gefährlich werden kann, entfallen fünf Prozent aller Marketingleistungen des Konzerns. Das waren zuletzt 90 Millionen Euro. Der „Trend“ schreibt: „Die Schulden des Vereins haben sich von 201 Millionen Euro per Ende 2017 auf inzwischen 168 Millionen Euro reduziert – auch dank eines großzügigen Schuldenerlasses von Mutterkonzern Red Bull. Keine näheren Angaben gibt es in den neuen Dokumenten hingegen über das Engagement bei Red Bull Salzburg.“

Und noch einen großen Part gibt es, der im Konzerngeflecht auffällt: Die 50-Prozent-Red Bull-Beteiligung Berger Logistik führt konzernweit 32,1 Prozent aller Rohstoff- und Dosenlieferungen durch. Der Ex-Rennfahrer Gerhard Berger übernimmt somit quasi ein Drittel aller Transporte.


ZAHLREICHE TOCHTERGESELLSCHAFTEN

Mit seinen mittlerweile 96 aufgelisteten Tochtergesellschaften verfügt das Unternehmen inzwischen über eine stabile Struktur, um weiter zu wachsen. Immer mehr betätigt sich der Konzern auch im kulturellen Bereich. 2019 etwa entstand eine Firma namens Red Bull Pictures, die inzwischen in Red Bull Originals umgetauft wurde und sich mit Filmproduktionen beschäftigt.


Christian Granbacher

 

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