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Wirtschaft 10/03/2021
Salzburgs Wirtschaft stemmt sich gegen das Virus

Tun was möglich ist. Home Office, wenig persönliche Kontakte, Hygienemaßnahmen und Tests. Salzburgs verantwortungsvolle Unternehmer tun gegen die Krise was sie können. Fleißig, innovativ, mutig und zuversichtlich waren sie ja schon vor Corona. Daran hat sich nichts geändert.


Das Coronavirus bringt uns in ein großes Dilemma. Infektionszahlen bestimmen unser tägliches Handeln und beschneiden unser soziales Leben sowie unseren Arbeitsalltag und die Wirtschaft generell. Die Industrie scheint einer der wenigen Sektoren zu sein, die wie ein Fels in der Brandung dasteht, was die Coronakrise betrifft. „Tatsächlich konnten mit einem starken Finish Ende 2020 die Salzburger Industriebetriebe der wirtschaftlichen Corona-Schockstarre die kalte Schulter zeigen. Aber: Der Schaden, den Covid-19 bis heute verursacht hat, ist massiv! Das Salzburger BIP ist bis dato um rund 13 Prozent geschrumpft, in absoluten Zahlen sind das rund 3,6 Mrd. Euro. Der Schaden im Salzburger Industriesektor beläuft sich auf etwa 0,5 Mrd. Euro. Österreichweit beträgt der Gesamtschaden 32,5 Mrd. in Form von entgangener Wertschöpfung, wobei sich der Schaden im Industriesektor auf 8,4 Mrd. beläuft. Im Gegensatz zu anderen Branchen kann sich die Industrie aber dennoch als Leuchtturm für eine solide Grundstimmung in der Wirtschaft bezeichnen“, sagt Peter Unterkofler, Präsident der Industriellenvereinigung Salzburg.


Irene Schulte, die Geschäftsführerin der Industriellenvereinigung Salzburg meint: „Aktuell zeigt unser Konjunkturbarometer wieder deutlich nach oben, für zwei Drittel der Industrieunternehmen ist die aktuelle und künftige Geschäftslage gleichbleibend oder sogar steigend. Wenn wir jetzt den besonders betroffenen Branchen eine klare Perspektive mit einem schrittweisen Öffnen aller Lebensbereiche für negativ getestete Personen geben, so kann dieser positive Ausblick nicht nur in der Industrie bis weit in das Jahr 2021 reichen.“ Sie weist jedoch auch darauf hin: „Wir befinden uns immer noch in jener heiklen Phase der Pandemie, in der es gilt, sehr umsichtig miteinander umzugehen, während mit den angelaufenen Impfungen eine Immunisierungsbarriere aufgebaut wird und Risiko bei Risikogruppen abgebaut wird. Wir müssen lernen, mit dem Virus zu leben. Dazu gehören auch die volkswirtschaftlichen Schäden für den Standort Österreich möglichst gering zu halten und gesellschaftliche sowie wirtschaftliche Aspekte bei den Corona-Regelungen stärker in den Blickpunkt zu rücken.“


BANKEN UNTERSTÜTZEN

Ende Dezember 2020 gab es in Österreich Kreditstundungen mit einem Volumen von rund 14 Milliarden Euro. Seit Ende Jänner sind die Kreditstundungen ohne Verzugszinsen ausgelaufen. Von Seiten der Salzburger Sparkasse heißt es, dass „nur etwa drei Prozent“ der Kunden von dem Ende der Stundungen betroffen seien. Die meisten Unternehmer würden mit den staatlichen Hilfen gut durch die Krise kommen. „Schwieriger einzuschätzen ist aber, was passiert, wenn die coronabedingten Schließungen und staatlichen Umsatzersätze auslaufen. Die Öffnungsphase wird sicher die kritischere werden“, so Christoph Paulweber, Generaldirektor der Salzburger Sparkasse.

„Wir haben bis Ende August vor allem unsere Unternehmenskunden intensiv dabei unterstützt, die Überbrückungsfinanzierungen zu beantragen und damit ihre Liquidität zu sichern. Danach haben wir alle Hände voll damit zu tun gehabt, sie bei der Beantragung der Investitionsprämie ‚neu‘ zu unterstützen. Mit diesem Förderinstrument hat die Regierung genau den richtigen Nerv getroffen, um Zuversicht zu schaffen und die Wirtschaft anzukurbeln“, sagt Petra Fuchs, Leiterin des Geschäftsbereichs der Oberbank Salzburg, die noch meint: „Der nächste Frühling, sprich Wirtschaftsaufschwung, kommt bestimmt, aber wir wissen nicht wann. Die meisten unserer Kunden nutzen die Zeit, um sich auf Post-Corona vorzubereiten. Denn eines ist klar: Die Pandemie hat den Strukturwandel unserer Wirtschaft beschleunigt und wir alle müssen uns sorgfältig neu orientieren und die vorhandenen Chancen aufgreifen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass uns dies mehrheitlich gut gelingen wird.“


WICHTIGE INVESTITIONEN

Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer beschreibt die derzeitige wirtschaftliche Situation als durchwachsen. Hotellerie, Gastronomie, die Freizeit- und Tourismuswirtschaft würden einen Totalausfall erleiden. „Ganz anders sieht es beispielsweise bei der Bauwirtschaft und beim Lebensmittelhandel aus. Diese Branchen verzeichnen zum Teil ein deutliches Umsatzplus. Ich gehe davon aus, dass die Wirtschaft nach den entsprechenden Öffnungsschritten wieder gut anlaufen wird. Größter Unsicherheitsfaktor bleibt allerdings das Thema Reisefreiheit in Europa und international“, so Haslauer, der weiter meint: „Trotz der anhaltenden Krise muss unser Blick auch auf die Zukunft gerichtet sein. Unser Weg dazu lautet: Massive öffentliche Investitionen, um den Wirtschafts- und Arbeitsmarkt zu stabilisieren. So werden wir in den nächsten zehn Jahren gemeinsam mit dem Bund und den Gemeinden, aber auch mit Unterstützung der EU-Investitionsvorhaben von mehr als 5,5 Milliarden Euro auf den Weg bringen, um Salzburg als eine der erfolgreichsten europäischen Regionen zu erhalten bzw. weiterzuentwickeln.“


POSITIV IN DAS JAHR 2021 STARTEN

Die niedrigste Nettofinanzverschuldung seit 2013, deutlich verbesserte Bilanzkennzahlen und ein historisch hoher Free Cashflow – die Palfinger AG hat die Herausforderungen der globalen Gesundheits- und Wirtschaftskrise im Geschäftsjahr 2020 erfolgreich gemeistert. „Den Auswirkungen der Krise konnten wir uns nicht entziehen“, so Palfinger CEO Andreas Klauser, „durch rasches Agieren und gezielte Maßnahmen waren wir in der Lage, aktiv gegenzusteuern und den laufenden Transformationsprozess weiter voranzutreiben. Das Jahr 2020 war ein richtungsweisendes Jahr für Palfinger“, betont Klauser.


Die frühzeitig getroffenen Maßnahmen sichern dem Kranhersteller eine gute Profitabilität im Krisenjahr: Der Konzernumsatz der Palfinger AG betrug im Geschäftsjahr 2020 1.533,9 Millionen Euro nach 1.753,8 Millionen Euro in der Vorjahresperiode. Dies entspricht einem Rückgang von 12,5 Prozent. Das operative Ergebnis ging von 149 Millionen Euro 2019 auf 100,3 Millionen Euro zurück.

„Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Krise werden uns auch 2021 begleiten“, so Klauser, „das Marktrisiko durch COVID-19 bleibt bestehen. Die Folgen des Cyber-Angriffs von Ende Jänner werden wir noch im zweiten Quartal spüren“. Dank voller Auftragsbücher verfügt Palfinger im ersten Halbjahr 2021 über eine gute Planbarkeit. „Wir erwarten in allen Märkten Erholung und Stabilisierung, ab dem Sommer sollte das deutlicher spürbar sein und sich entsprechend auswirken“, fügt Klauser hinzu. „Unser Ziel ist, 2021 mit einem Umsatz über 1,7 Milliarden Euro und einer EBIT-Marge von acht Prozent an das Rekordjahr 2019 anzuknüpfen.“

 

ANGST UND HOFFNUNG

Viele Unternehmer geben sich kämpferisch und schaffen es trotz der Krise ihre Umsätze zu halten bzw. sogar zu steigern. So etwa die Salzburger Eisenbahn Transportlogistik GmbH (SETG), die Züge mit Forstprodukten sowie Züge mit Fahrzeugen, Zellstoff, Papier und Stahl befördert. „Die SETG konnte nach Umsatzrückgängen im ersten Lockdown von circa 12 Prozent über das ganze Jahr 2020 letztlich eine Umsatzsteigerung von 6 Prozent erarbeiten. Dies allerdings bei rückläufigem Gewinn, da speziell durch Corona-Maßnahmen stark gestiegene Reise- und Hotelkosten für Triebfahrzeugführer und Wagenmeister das Ergebnis negativ beeinflussten“, sagt Gunther Pitterka, Geschäftsführender Gesellschafter der SETG. Dennoch, Wut, Angst, Gleichgültigkeit und Hoffnung halten sich bei seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern etwa die Waage. „Als Unternehmen sehen wir das wirtschaftspolitisch völlig verantwortungslose Agieren der Politik als das größte Problem der kommenden Monate und Jahre. Die Reisebeschränkungen und sich ständig ändernden Verordnungen bedeuten maximale Verunsicherung für Unternehmen und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, so Pitterka.


Christian Granbacher


 

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