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Wirtschaft 08/03/2021
„Die Krise ist ein Anlass den Standort Salzburg besser aufzustellen“

Interview. Peter Buchmüller, Präsident der Wirtschaftskammer Salzburg und Obmann des Salzburger Wirtschaftsbundes im Gespräch mit ECHO.


ECHO: Wie gut konnten die Salzburger Betriebe die Coronakrise bisher bewältigen? Immerhin zieht sich die Krise nun schon ein ganzes Jahr.

Peter Buchmüller: Wir haben ein zweigeteiltes Bild. Die direkt von den Corona-Maßnahmen betroffenen Branchen wie Gastronomie, Hotellerie und verschiedene Dienstleister stehen mit dem Rücken zur Wand. Andere Branchen haben fast eine Art Normalität, aber insgesamt ist die Stimmung nur wenig zuversichtlich. Denn die Wirtschaft ist vernetzt: Dem Handel fehlt die Gastronomie, ohne Tourismus leiden alle Zulieferer bis hin zur Industrie. Sonderkonjunkturen in einzelne Branchen können das Gesamtminus nicht ausgleichen. Es müssen jetzt klare Signale kommen. Die Politik muss eine Perspektive ermöglichen – und die kann nur darin liegen, das Testen und das Impfen zu beschleunigen. Es wird solange keinen Aufschwung und keine wirtschaftliche Normalität geben, bis wir nicht eine ausreichende Impf-Rate erreicht haben. Mir geht das viel zu langsam. Andere Länder sind da viel schneller – und sie werden daraus Wettbewerbsvorteile gewinnen und schneller zurück ins Geschäft kommen.

Was das Testen in den Betrieben betrifft, braucht es mehr Flexibilität und weniger Behörden-Bürokratie. Wir müssen auch die einfacheren Nasaltests wie in den Schulen anwenden dürfen, insbesondere im Hinblick, wenn die Gastronomie endlich wieder öffnen darf. Und dafür braucht es nicht medizinisch geschulte Personen, das kann jeder. Das würde dem Testen, das ja dazu dienen soll, Infizierte herauszufiltern und eine weitere Öffnung zu ermöglichen, einen wesentlichen Schub geben! Es ist unverständlich, ständig auf bürokratischen Hürden zu beharren. 

 

„Es ist zu hoffen, dass nach der Krise wieder die Konsum- und Reiselust zurückkehren, aber in welchem Tempo und Ausmaß, bleibt vorerst offen.“ Peter Buchmüller, Präsident der Wirtschaftskammer Salzburg und Obmann des Salzburger Wirtschaftsbundes


ECHO: Welche Betriebe tun sich leichter im Umgang mit der Krise, welche tun sich besonders schwer? 

Buchmüller: Leicht tut sich niemand – diese Pandemie hat tiefe Spuren in fast jedem Bereich hinterlassen, vom EPU bis zum Mittelstand und den großen Betrieben, vom Handel und der Industrie bis zum Service-Sektor. Wer nicht zusperren musste, kam bisher leidlich gut über die Krise, wer wochenlang im Lockdown verharren muss, ist langsam aber sicher verzweifelt. 


ECHO: Wie schätzen Sie die langfristigen Folgen der Coronakrise für die Salzburger Wirtschaft ein?

Buchmüller: Die Folgen sind im Großen wie im Kleinen wahrscheinlich beträchtlich. Es ist zu hoffen, dass nach der Krise wieder die Konsum- und Reiselust zurückkehren, aber in welchem Tempo und Ausmaß, bleibt vorerst offen. Gibt es einen starken Aufschwung oder doch eher eine lange Flaute? Wie wirkt sich monatelange Kurzarbeit auf die Produktivität aus? Viele Betriebe müssen ihre Geschäftsmodelle anpassen, hoffentlich nicht zu viele werden einen kompletten Neustart hinlegen müssen. Länger werden wir die Auswirkungen am Arbeitsmarkt spüren. Gleichzeitig ist diese Krise ein Anlass, sich als Standort neu und besser aufzustellen. Wir müssen den Fachkräftemangel zielführend bekämpfen, die Wirtschaft muss die Digitalisierung ihrer Prozesse vorantreiben, und wie wir gesehen haben, die Verwaltung noch viel mehr! Es sind einige wichtige Projekte in der Pipeline, die demnächst verwirklicht werden können, etwa der Neubau unserer Tourismusschulen oder die neue Pioniergarage für Startups. Gerade haben wir den neuen EdTech Austria-Hub ins Leben gerufen – Salzburg soll damit zum Zentrum für Bildungstechnologien werden. Salzburg muss standortpolitisch Gas geben.

Ein optimistisches Zeichen ist aber auch, dass viele Betriebe auch die erhöhten Förderungen genutzt haben, um zu investieren. Ich vertraue auf die Kraft der Unternehmerinnen und Unternehmer – sie brauchen aber auch Rückenwind, aber auf keine Fall Experimente und Belastungen durch Steuererhöhungen, wie etwa jetzt bei der Normverbrauchsabgabe. Das geht in die falsche Richtung. 


Interview: Christian Granbacher


 

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