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Politik 06/01/2022
Ist der Luft-80er noch gerechtfertigt?

Heftig umstritten und kritisiert. Verdient die mittlerweile auf sechs Spuren ausgebaute Salzburger Stadtautobahn überhaupt noch die Bezeichnung „Autobahn“? Wer oft von Salzburg Nord bis zur Anschlussstelle Anif unterwegs ist, wird nur in den seltensten Fällen legal mehr als 80 Kilometer pro Stunde mit seinem Auto oder Motorrad fahren dürfen.


Der 2013 beschlossene und 2014 realisierte Luft-80er hatte zum Ziel, die bei höheren Fahrgeschwindigkeiten anfallende größere Emissionsbelastung zu vermeiden. Aus dieser Sicht eine sinnvolle und legitime Maßnahme. 


AUTOS SIND SAUBERER

Ist der Verkehr überhaupt Hauptverursacher des Treibhausgases CO2? Der Verband der Automobilimporteure gibt darauf eine klare Antwort: Nein! Nur zwölf Prozent der EU-weiten CO2-Emissionen seien auf den Pkw-Verkehr zurückzuführen, rund 30 Prozent – also mehr als doppelt so viel – entfallen auf den Bereich Wärme- und Energieerzeugung und nur rund ein Fünftel auf den Sektor Industrie. Durch Optimierung der Diesel- und Benzinmotoren und konsequenten Leichtbau ist es den Fahrzeugherstellern gelungen, den durchschnittlichen CO2-Ausstoß von den in der EU neu zugelassenen Pkw kontinuierlich zu senken. In Österreich ist der durchschnittliche CO2-Flottenverbrauch seit 2000 um mehr als 27 Prozent gesunken – Tendenz weiter sinkend!

Tatsache ist, dass in Salzburg die strengen Schadstoffgrenzen seit 2019 klar eingehalten werden. Angesichts der kontinuierlich sinkenden Emissionswerte der Fahrzeuge kann die Aufrechterhaltung des Luft-80ers also ernsthaft hinterfragt werden. 


GEFÄHRLICHER SCHLEICHVERKEHR

Kolonnenverkehr auf einer sechsspurigen Autobahn und jeder hält sich an den verordneten 80er. Verkehrsexperten kritisieren zurecht, dass ein Spurwechsel zu einem gefährlichen Unterfangen wird, wenn alle – Pkw wie Lkw – das gleiche Tempo fahren und jeder Beschleunigungsversuch mit empfindlichen Strafen geahndet wird. Bereits 2015 hat der renommierte Salzburger Unfallgutachter Gerhard Kronreif mit seiner Aussage in der Kronenzeitung aufhorchen lassen, dass IGL-Tempo 80 zu Lasten der Verkehrssicherheit gehe. Da alle Verkehrsteilnehmer mit der nahezu gleichen Geschwindigkeit unterwegs sind, kommt es bei Spurwechseln immer wieder zu Kollisionen. Kronreif sagte damals: „Die größten Probleme haben die Autofahrer beim Einfädeln von den Beschleunigungsfahrstreifen und auch mit dem Ausfädeln, da durch die Tempo 80 bedingte Verdichtung des Verkehrs am rechten Fahrstreifen das Finden einer Lücke zum sicheren Fahrstreifenwechseln erschwert wird.“ Daran hat sich bis heute nichts geändert. „Mehr als 150 Verletzte gab es bis dato seit der Einführung der 80er-Beschränkungen“, schreibt die Tageszeitung. 


STRAFAUFKOMMEN RÜCKLÄUFIG

Wer sich nicht an den Luft-80er hält, ob gerechtfertigt oder nicht, der blecht. Konnten die Behörden in früheren Jahren noch rund vier Millionen Euro an Strafzahlungen lukrieren, sind es laut Hermann Stöllner von der FPÖ jetzt nur noch 1,5 Millionen Euro. Und damit ist der Verwaltungsaufwand höher als die Einnahmen. 


Hubert Kogler

 

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