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Wirtschaft 18/07/2021
„Die Garage ist für Salzburg eine Lebensader“

Helmut Sattler. Der Geschäftsführer der Salzburger Parkgaragengesellschaft über ganzheitliche Verkehrskonzepte und warum der Ausbau der Altstadtgarage auch der Umwelt zu Gute kommt.


ECHO: Mit Anfang August sind sie ein Jahr lang als Geschäftsführer der Salzburger Parkgaragengesellschaft tätig. Welches Resümee ziehen Sie bisher?

Helmut Sattler: Ich lege immer sehr viel Wert auf die Mitarbeiter und achte darauf, dass wir gut zusammenarbeiten. Sie sind sehr engagiert und ich fühle mich hier wohl und auch angekommen. Mit Hofrat Alfred Denk habe ich einen traumhaften Vorgänger gehabt, der gut strukturiert war, und sowohl fachlich als auch menschlich sehr gute Arbeit geleistet hat. Das ist auch mein Stil zu arbeiten. Herr Denk hat mich bei Bedarf mit seiner Expertise immer unterstützt.


ECHO: Eines Ihrer größten Projekte ist die angestrebte Erweiterung der Altstadtgarage um 650 Plätze auf knapp 2.000 Stellplätze. Inwieweit konnten Sie dieses Vorhaben vorantreiben?

Sattler: Seit ich hier bin, konnten wir zwei Dinge erreichen. Die Grundstücksverhandlungen mit der Erzdiözese Salzburg und mit St. Peter konnten abgeschlossen werden. Und aufgrund dieser erfüllten Voraussetzung haben wir auch den Bescheid zur Vollendung des Projektes erhalten. In diesem Naturschutzbescheid sind 50 Auflagen enthalten und wir können 58 Ausgleichsmaßnahmen setzen, die ebenfalls im Bescheid formuliert sind. Die Gegner des Projektes haben Einspruch gegen diesen Bescheid erhoben und das Landesverwaltungsgericht hat nun sechs Monate Zeit das zu bearbeiten. Wir führen viele Gespräche und sind im ständigen Austausch mit Sachverständigen, Gutachtern und mit Fachexperten wie Dr. D´Wittmann vom Öko-Institut, mit welchen wir das Thema Naturschutz behandeln. Aufgrund unserer zahlreichen Ausgleichsmaßnahmen habe ich ein gutes Gefühl. Ich hoffe noch heuer auf eine Rechtsgültigkeit des Projektes, dann würde einem Baustart im kommenden Frühjahr nichts mehr entgegenstehen.


ECHO: Wie stark ist der Widerstand durch die Gegner des Ausbaus?

Sattler: Sie haben bei einem Bürgerbegehren 3.000 Stimmen gesammelt. Wenn man das ins Verhältnis zu den 115.000 Wahlberechtigten in der Stadt Salzburg setzt, ist das sehr wenig. Aber ich sage trotzdem, jede Stimme ist zu respektieren und man muss auch zuhören. Die Gegner sind schon präsent, verteilen Flugzettel und gestalten Internetseiten. Aber ich wollte diese Aufgabe hier nur deshalb übernehmen, weil ich auch von diesem Projekt überzeugt bin und es zu Ende bringen will. Ich kann mich voll und ganz damit identifizieren. Für die Stadt Salzburg ist die Garage eine Lebensader. Sie ist extrem wichtig für die gesamte Kultur, den Tourismus, die Gastronomie, für Veranstaltungen, den Handel, Anrainer und Arbeitende.


„Ich hoffe, dass einem Baustart im kommenden Frühjahr nichts mehr entgegensteht.“

Helmut Sattler, Geschäftsführer der Salzburger Parkgaragengesellschaft


ECHO: Sie haben immer betont, es sei wichtig, alle Verkehrsteilnehmer miteinzubeziehen.

Sattler: Natürlich, es ist ein Miteinander aus Öffentlichem Verkehr, Fußgängern, Radfahrern und Autofahrern. Ich denke E-Bikes sind sensationelle Verkehrsmittel, wenn die Radwege entsprechend ausgebaut sind. Aber man darf die Autos nicht ausschließen, denn es sind jährlich 800.000 Fahrzeuge die nach Salzburg in die Garage fahren. In jenen Autos, die in die Garage fahren, sitzen im Schnitt fast zweieinhalb Personen. Da ist nicht jeder einzeln mit einem Auto unterwegs.  


ECHO: Was spricht Ihrer Meinung nach noch für einen Ausbau?

Sattler: Ich möchte zitieren, was die renommierte Fraunhofer-Gesellschaft festgestellt hat: In Stoßzeiten ist bis zu einem Drittel des Verkehrs in der Stadt der Parkplatz-Suchverkehr. Jedes dritte Auto also, das herumfährt ist auf der Suche nach einem Parkplatz. Über den ganzen Tag verteilt trifft das auf etwa 15 Prozent der Autos zu. Der ÖAMTC in Wien sagt, es gibt pro Tag eine Million Kilometer Parkplatz-Suchverkehr. Diese minutenlange Suche verschmutzt die Umwelt. Es bräuchte meiner Meinung nach daher viel mehr und viel bessere Leitsysteme für die Parkplatzsuche on street und off street.

Und moderne Tiefgaragen sind die perfekte Lösung im Kampf gegen die steigende Zahl von Autos am Straßenrand. Es gibt sicher einige Stellplätze an der Oberfläche, die besser als Freizeitstätten oder Biergärten dienen würden, denn als Parkplatz.


ECHO: Sie sagen mehr Parkplätze im Mönchsberg wären besser umweltverträglich, weil der Parkplatz-Suchverkehr größtenteils wegfallen würde?

Sattler: Ganz genau. Und ich möchte bezüglich der Umweltthematik noch etwas anmerken, das in den Medien bisher fast nie kommuniziert wurde. Wir reden davon, eine bestehende Garage im Berg zu vergrößern, was ja eigentlich überhaupt nichts Dramatisches ist. Gegenwind gab es vor allem deshalb, weil wir beim Krauthügel eine Baustelleneinrichtung im Landschaftsschutzgebiet einrichten, um in den Berg zu fahren. Hier wird es nach dem Projekt aber sogar ein Naturschutzgebiet geben. Das ist eine wesentliche Aufwertung für Flora und Fauna. Dort darf dann nicht mehr gedüngt und nicht mehr so oft gemäht werden. Das wird eine viel größere Insektenvielfalt hervorbringen und auch die Kröten, die vom Verkehr bedroht sind, werden dann in eigenen Gewässern untergebracht werden. Das ist eine positive Entwicklung, deshalb schreibt wohl niemand gerne darüber. In den Vordergrund rückt man gerne das Negative.


Interview: Christian Granbacher 



 

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