Wenn Kunst und Wirtschaft eine Symbiose ergeben. Neben dem finanziellen Benefit für die Region schaffen es die Salzburger Festspiele der Welt zu zeigen, wie attraktiv die Stadt und das Bundesland Salzburg sind. Ein Traum für jeden Markenbotschafter.

Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache. 250 Millionen Euro Wertschöpfung generieren die Salzburger Festspiele jährlich. Knapp 200 Millionen Euro von verbleiben direkt im Bundesland Salzburg. Die Festspiele sichern rund 3.000 Vollzeitarbeitsplätze österreichweit, davon 2.589 in Salzburg. Von den 250 Millionen Euro fließen jährlich 96 Millionen Euro an Steuern und Abgaben and die öffentliche Hand zurück. Jeder investierte Euro kommt somit mehrfach retour. Und die Festspielgäste geben im Schnitt 414 Euro pro Tag aus. Beinahe doppelt so viel wie andere Gäste im Schnitt.

SALZBURGS UNTERNEHMEN PROFITIEREN

Von den Festspielen profitieren auch die Salzburger Unternehmen. Sie tragen aber auch wesentlich zu deren Erfolg bei. Etwa über den 1926 gegründeten Salzburger Tourismus Förderungs Fonds, aus dem jährlich Millionenbeträge and die Festspiele fließen. 2024 waren dies rund 4,2 Millionen Euro.

Die Festspiele greifen bei der Auftragsvergabe hauptsächlich auf heimische Betriebe zurück. Vom Druck der Programmhefte über Blumendekorationen bis zum Bühnenbau. Dies Kooperationen stärken die regionale Wirtschaft nachhaltig.

Die Digitalisierung trägt dazu bei, dass es neue Wertschöpfungspotenziale für die Festspiele gibt: Insbesondere durch die mediale Verbreitung der Festspiele via Fernsehen, Media-Produktionen und Streaming. So wird weltweit ein Millionenpublikum erreicht, welches Salzburg und die Region als mögliche Urlaubsdestination entdeckt. Die Festspiele und die Tourismuswirtschaft gehen so Hand in Hand. Der Marken- und PR-Wert der Salzburger Festspiele ist kaum in Zahlen zu fassen.

Salzburg als Metropole der Hochkultur


„Die Festspiele sind ein wichtiger Konjunkturmotor und tragen als weltweit führendes Dreispartenfestival wesentlich zum positiven Image Salzburgs bei. Sie stärken die Bekanntheit Salzburgs weltweit, was auch exportorientierten Betrieben zugutekommt. Rund 80% der Wertschöpfung bleiben im Bundesland, wie die aktuelle WKS-Studie 2024 belegt. Die Studie zeigt die vielfältigen wirtschaftlichen Effekte – das reicht von Hotellerie und Gastronomie über Handel und Industrie bis zu persönlichen Dienstleistern. Die Festspiele machen Salzburg jährlich zur Metropole der Hochkultur, ziehen internationale Gäste an und fördern so das hohe Niveau der Gastlichkeit. Salzburgs Dichte an Sterne- und Haubenrestaurants ist Ausdruck dessen. Um dieses Niveau zu halten, braucht es Top-Personal – hier leisten Tourismusschulen wie die rundum erneuerte TS Klessheim einen wichtigen Beitrag. Auch Kunst- und Kultureinrichtungen wie Galerien und Museen profitieren, da viele Festspielgäste ihr kulturelles Rahmenprogramm nutzen“, sagt Peter Buchmüller, Präsident der Wirtschafts ammer Salzburg (WKS).

OFFENE DISKUSSION ERMÖGLICHEN

Die Salzburger Festspiele sind seit über 100 Jahren ein Kulturereignis. Nicht zuletzt aufgrund ihrer langwährenden Tradition wollen sie als Projekt für Frieden, Freiheit und Demokratie verstanden werden. „Die Salzburger Festspiele waren immer schon ein Friedensprojekt. Zwei Jahre nach Ende des Ersten Weltkriegs wollten die Gründungsväter Hugo von Hofmannsthal, Max Reinhardt und Richard Strauss hier Europas Kulturhauptstadt jenseits aller Rechthaberei schaffen. Auf den Bühnen sollte alles offen diskutiert werden, in einer Oase der Menschlichkeit“, sagte die Präsidentin der Festspiele, Kristina Hammer gegenüber dem Handelsblatt. Weiter meinte sie: „Die Salzburger Festspiele sollen, so war das immer gedacht, das Beste vom Besten aus Oper, Theater und Konzert auf die Bühnen bringen – mit Künstlern egal welcher Religion, Nationalität und Identität. Dieser Anspruch sollte auch für das Publikum gelten. Das ist das Herz der Veranstaltung.“

„Sponsoring ist ein spannendes Instrument, wenn es auf gemeinsamen Werten basiert und für beide Seiten sinnvoll gestaltet ist.“
Kristina Hammer, Festspielpräsidentin

SPONSOREN WERDEN PARTNER

Im Interview mit der Salzburger Wirtschaft sagt Kristina Hammer über Partnerschaften mit Unternehmen, dass diese ideal seien, wenn sie über das reine Sponsoring hinausgehen und man zusammen Projekte entwickelt. „Die Siemens Festspielnächte haben etwa schon über eine Million Menschen kostenlos erreicht. Mit BWT konnten wir die Festspiele plastikflaschenfrei machen, Audi unterstützt mit einer vollelektrischen Flotte unsere Mobilität. Die Kühne-Stiftung fördert Nachwuchssängerinnen und -sänger im Young Singers Project, mit der Würth Gruppe haben wir das Jugendprogramm weiterentwickelt, Rolex engagiert sich in Form eines hochkarätigen Dirigenten-Wettbewerbs. Solche Partnerschaften stärken die Zukunftsfähigkeit der Festspiele enorm.“

Sie selbst war lange im PR-Business tätig und kennt das Thema Sponsoring aus den unterschiedlichsten Perspektiven: „Ich war auf Unternehmensseite für Sponsoring verantwortlich, habe mit meiner eigenen Firma in dieser Thematik beraten und auch an der Universität St. Gallen vermitteln dürfen. Sponsoring ist ein spannendes Instrument, wenn es auf gemeinsamen Werten basiert und für beide Seiten sinnvoll gestaltet ist“, so die Festspielpräsidentin, die noch hinzufügt: „Ich habe in vielen unterschiedlichen Ländern gelebt und dadurch ein feines Gespür für kulturelle Unterschiede entwickelt. Das hilft mir, internationale Gäste und Sponsoring-Partner professionell zu betreuen und ein Umfeld zu schaffen, in dem sich Menschen aus über 80 Nationen willkommen und wertgeschätzt fühlen.“

Popkultur und Hochkultur verschmelzen

Noch mehr Programmpunkte, neue Orte und ungewöhnliche Zusammenarbeiten will das Fest zur Festspieleröffnung heuer bieten. Und so verschlägt es das Kulturfestival dieses Jahr in den Club Balboa! Dort wird Christian Eigner – der Drummer der Band Depeche Mode – im Balboa auftreten. Gemeinsam mit Musiker Matthias Jakisic wird er für eine tanzbare Clubnacht am Samstag, den 18. Juli, sorgen.

Für seine Interpretation des Guten Gesell / Teufel im Jedermann der Salzburger Festspiele wurde Christoph Luser bereits mit dem Nestroy-Theaterpreis ausgezeichnet.

PROMINENZ SCHAFFT BEGEHRLICHKEITEN

Prominenz erhöht die Sichtbarkeit und Bedeutung einer Person oder eines Phänomens. Bei den Salzburger Festspielen gibt es eine Symbiose, wenn Promis das Hochkulturereignis besuchen. Zum einen profitiert die Region von prominenten Besuchern. Wenn sie in Salzburg sind, möchte man auch dort sein. Zum anderen profitieren die bekannten Stars und Sternchen vom ohnehin riesigen Medieninteresse am Event, das wiederum sie ins Rampenlicht rückt.

Prominente kamen dabei historisch gesehen schon immer aus allen möglichen Sparten nach Salzburg. So ergeben die bekannten Gäste jährlich einen Mix aus internationalem Jetset, Politik, Wirtschaft und Hochadel. Zu Besuch waren bereits Königin Beatrix der Niederlande, der Dalai Lama, Model Bianca Jagger oder frühere Opern-Stars wie Placido Domingo und Jose Carreras. Auch Thomas Gottschalk oder die Ex-Kanzlerin aus Deutschland, Angela Merkel, gelten als Fans der Hochkultur und kamen dafür in die Mozartstadt. 2017 sorgte der französische Präsident Emmanuel Macron mit seiner Frau Brigitte für Trauben an Schaulustigen und auch Schauspielerin Teri Hatcher, bekannt aus „Desperate Housewives“ war ein Kameramagnet.

Von den jährlich 250 Millionen Euro Wertschöpfung durch die Salzburger Festspiele fließen jährlich 96 Millionen Euro an Steuern und Abgaben and die öffentliche Hand zurück.

Der Festspielbezirk


Christian Granbacher-Roth