TVB Hallein. Nach dem Eklat rund um das heurige Stadtfest steht der Halleiner Tourismusverband (TVB) vor einem grundlegenden Neustart.

Nachdem der bisherige Vorstand im heurigen Sommer geschlossen zurückgetreten ist, wurden für November Neuwahlen auf den Weg gebracht. Zwei Listen werden sich der Wahl stellen – eine davon wird von zwei bekannten Halleiner Unternehmern angeführt: Augenoptikermeister „Joesi“ Joseph Schauer und „Bella Palma“-Geschäftsführer Dalibor Simic. „Es kann so einfach nicht mehr weitergehen“, sagt Schauer. „Es braucht ganz dringend einen Generationenwechsel und einen grundlegenden Neustart.“

Das erklärte Ziel der neuen Liste ist es, den TVB organisatorisch und inhaltlich neu aufzustellen und das Verhältnis zwischen Verband, Betrieben, Vereinen und Bevölkerung wieder zu stärken.
Dabei gehe es nicht darum, die Arbeit der vergangenen Jahre schlechtzureden. „Wir bedanken uns auch für die geleistete Arbeit, und es war ja auch viel Gutes mit dabei. Aber was gefehlt hat, war einfach eine grundlegende Kommunikationskompetenz.“

Klarer Plan für die Zukunft

Inhaltlich will das neue Team stärker auf Halleins eigene Stärken setzen. „Wir müssen wieder neuen Schwung hineinbringen“, sagt Simic. „Und es gibt hier bei uns in Hallein so viele Möglichkeiten dazu und Projekte, die umgesetzt werden könnten.“
Internationale Großveranstaltungen sind dabei nicht zwingend das Maß aller Dinge. „Wir wollen wieder mehr die örtlichen Vereine, die Gastronomie und die heimischen Betriebe in touristische Konzepte einbinden“, so auch Schauer. „Das Wichtigste ist für uns, dass alle an einem Strang ziehen, ein gemeinsames Ziel vor Augen haben und nicht gegeneinander sondern miteinander arbeiten.“

Frischer Schwung für Hallein. Augenoptiker-meister „Joesi“ Joseph Schauer (l.) und „Bella Palma“-Geschäftsführer Dalibor Simic treten mit einer eigenen Liste bei der TVB-Wahl im November an.

Strukturelle Veränderungen

Ganz oben auf der Agenda der neuen Liste steht eine Veränderung der internen Strukturen des TVB. Der Geschäftsführer soll künftig wieder klar dem Vorstand unterstellt sein – so, wie es das Gesetz vorsieht. „Der Hund soll wieder mit dem Schwanz wedeln und nicht der Schwanz mit dem Hund“, so Joesi Schauer augenzwinkernd. „Und wenn es so weit kommt, dass wir etwas zu sagen haben, dann wird auch der Geschäftsführerposten neu ausgeschrieben werden.“

Die neue Liste ist bewusst breit aufgestellt. Zum engeren Team gehören unter anderem Ralph Spraiter von der Skischule Bad Dürrnberg, der für die Finanzen vorgesehen ist, Brückenwirt Christoph Plauner als Vertreter der Vermieter, Conny Forsthuber vom „Halleiner Kisterl“ und Daniel Schartner von Salzburgland Alpacas.

„Wir alle tun das jetzt sicher nicht, weil uns langweilig ist“, so Schauer, „sondern weil hier etwas aus dem Ruder gelaufen ist und wir dringenden Handlungsbedarf sehen.“
Was die Listenmitglieder alle gemeinsam haben, ist neben der Verbundenheit zu Hallein vor allem auch ihre unternehmerische Erfahrung. „Wir beschäftigen mehr als 100 Mitarbeiter in der Region. Wir sind es gewohnt, Verantwortung zu übernehmen, Teams zu führen und mit Menschen zu arbeiten“, so Schauer. „Das ist sicher eines unserer ganz großen Unterscheidungsmerkmale zur bisherigen Führung.“

Die letztendliche Entscheidung über die künftige Ausrichtung des Tourismusverbands und damit auch für Halleins touristische Zukunft fällt bei der Wahl im November.